Preisrichterschulungen im Sonderverein

Die Preisrichterschulungen des Sondervereins dienen dem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung der Rassenmerkmale, welche so von den Sonderrichtern bei den Ausstellungen eine einheitlichere Bewertung finden. Dem Züchter helfen die Preisrichter durch entsprechende Angaben auf den Bewertungskarten, um so die Zuchtrichtung besser zu steuern.


Treffen der Sonder- und Preisrichter am 05.05.2018 in Grabe/ Weinbergen

Die diesjährige Besprechung der Sonder- und Preisrichter unseres SV wurde von Stefan Wand und Peter Klother vorbereitet. Es nahmen unsere Zuchtwarte Matthias Schutze und Torsten Reichardt sowie die Sonderrichter Hermfried Edzards, Günter Meyer und Jakob Eisenhut teil. Daneben waren unser Ehrenvorsitzender Helmut Cordes und unser Vorsitzender Umberto Pericollini dabei. In unserem Hotel in Höngeda/ Weinbergen trafen sich alle Teilnehmer, um von dort zu Steffen Ackermann zu fahren, der uns in diesem Jahr seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Steffen selbst ist nicht Mitglied im SV und hält auch bisher keine Lachs- oder Zwerglachshühner. Da wir bereits im dritten Jahr in Weinbergen zu Gast sind und sich über die Jahre ein guter Kontakt zu den Zuchtfreunden vor Ort entwickelt hat, hat er sich bereit erklärt, uns bei sich aufzunehmen. An dieser Stelle möchten wir uns dafür nochmals recht herzlich bedanken.

rechts die fünf Sonderrichter des SV

Hermfried, Matthias und Torsten hatten Tiere mitgebracht, so dass wir nach dem Einsetzen mit der Tierbesprechung starten konnten. Die Deutschen Lachshühner waren in 1,3 lachsfarbig vor Ort und wurden als erstes besprochen. Anschließend die Zwerge, die in allen anerkannten Farbenschlägen 1,1 in den Käfigen standen. Folgende Punkte wurden dabei besonders hervorgehoben:

  1. Der Sporensitz der Tiere (Henne und Hahn) ist zu beachten. Die Sporen müssen über den Zehen angeordnet sein und nach innen zeigen. Da die Hennen auch einen Ansatz zeigen, muss dieser ebenfalls vom Züchter kontrolliert werden, zumal er nicht so deutlich ausgeprägt ist.
  2. Die Augenfarbe gem. Standard sollte ebenfalls beachtet werden. Sie ist orange-rot. Hier gibt es bei den einzelnen Farbenschläge Unterschiede, die aber im Hinblick auf den Standard angepasst werden müssen.
  3. Die Halskrause der Hennen ist ein Rassemerkmal und bei unseren Tieren Zuchtziel. Die resultiert aus dem Vorhandsein der Bärte.
  4. Ein Ansatz einer sog. „Krawatte“ beim Hahn ist ein grober Fahler. Es handelt sich dabei um farbige Federn unterhalb des Bartes beim Hahn. 
  5. Schenkelsaum ist beim Hahn ebenfalls zu vermeiden. Dies ist ein weißer Außensaum auf den ansonsten schwarzen Federn in diesem Bereich.
  6. Rückenlänge und die einheitliche Form unserer Lachse müssen in allen Farbenschlägen Zuchtziel sein. Hier gibt es vielfach Unterschiede. Ebenso ist auf eine gewisse Schenkelfreiheit zu achten. Das meint, dass die Tiere einen Schenkelansatz erkennen lassen und somit eine gewisse Standfreiheit haben. 
  7. Die Kammgröße ist teilweise sehr unterschiedlich. Der Standard schreibt hier einen sogenannten Asiatenkamm vor, bei dem das Kammblatt im Verhältnis zum Kamm nicht zu groß sein darf. 
  8. Bei den Lachshennen ist eine sogenannte Pfefferung vermehrt zu sehen. Dies sind schwarze Einlagerungen in den ansonsten lachsroten Federfeldern bei den lachsfarbigen Hennen. 
  9. Doppelte Zehennägel und Doppelsporen sind Ausschlussfehler. Sie kommen leider immer wieder vor uns zeigen sich teilweise recht spät in der vollen Ausformung.
  10. Haarfedern im Schenkel- und Afterbereich sind zudem bei den Deutschen Lachshühnern aufgetreten. Diese stellen ebenfalls ein Problem dar und sind ein Fehler.

Unsere Sonderrichter verstehen sich als Zuchtrichter. Die Bewertungskarten sollen daher so ausführlich und klar sein, dass der Züchter die Vorzüge, Wünsche und Mängel eindeutig nachvollziehen kann. Fehler sollen über alle Farbenschläge hinweg gleich geahndet werden. Ebenfalls wird verstärkt darauf geachtet, dass Fachbegriffe verständlich erklärt werden.Die Ergebnisse des Workshops zur Lipsia 2017 wurden kurz vorgestellt und das Protokoll wurde verteilt. In dem Workshop wurde der Erhalt der Nutzgeflügelrassen behandelt und die bisherigen Ansätze und Förderungen in verschiedenen Bereichen und Ländern vorgestellt. Ebenfalls wurde die Liste der gefährdeten Nutztierrassen verteilt.

Der wissenschaftliche Geflügelhof des BDRG führt Legeleistungsprüfungen durch. Es war einheitliche Meinung, dass wir uns daran in den folgenden Jahren wieder beteiligen. Ein entsprechender Antrag soll von der JHV beschlossen werden und wird dann an den WGH gestellt.

Unser Treffen fand bereits zum 6. Mal statt. Es zeigt sich, dass immer noch einige Punkte zu behandeln und abzustimmen sind und die Treffen Ihre Berechtigung haben. Fachlich werden unsere Zuchtwarte die oben genannten Punkte weiter begleiten und gerne Hilfestellung geben.

Als Ansprechpartner für die Sonderrichterangelegenheiten steht der 2. Vorsitzende Peter Klother zur Verfügung.

Das nächste Treffen ist am 04.05.2019 ebenfalls in Grabe/ Weinbergen.

 

Peter Klother